Leserbrief Rheinzeitung

Leserbrief Udo Klein, Grafschaft

Rheinzeitung Samstag 4.2.2017 Kommentar  Frieder Blum zu den Deponieplänen

In großer Einmütigkeit hat der Grafschafter Bauausschuss am vergangenen Donnerstag Maßnahmen verabschiedet, die verhindern sollen, dass in der Tongrube Leimersdorf eine Schadstoff-Deponie errichtet wird. Die Betreibergesellschaft hatte hierzu entsprechende Anträge eingereicht. Es besteht kein Zweifel daran, dass die getroffenen Beschlüsse des Fachausschusses im Gemeinderat einstimmig bestätigt werden. Damit wird die Verwaltung beauftragt, alle rechtlichen Instrumente einzusetzen um eine Zulassung einer Deponie zu verhindern.

Das wird ein langer und steiniger Weg und er wird auch Geld kosten, aber wir müssen jetzt alles in unserer Macht stehende unternehmen, um das Vorhaben zu verhindern. Die Belastungen für die Umwelt durch 1 Millionen  Kubikmeter belasteter Stoffe, den damit verbundenen LKW-Verkehr durch die Ortschaften sowie die Gefahr einer massiven Verunreinigung des Leimersdorfer Baches und des Grundwassers sind ein realistisches  Schreckensszenario, sollte die Deponie genehmigt werden.

Dieser Kampf, den die SPD und die Bürgerinitiative „Aktive Grafschafter“ schon seit Jahren führen, geht jetzt in die entscheidende Phase. Wir brauchen darüber hinaus aber den gesellschaftlichen Widerstand aller Bürgerinnen und Bürger der Grafschaft.

Wenig hilfreich ist dabei der Kommentar vom Redakteur der Rheinzeitung Frieder Bluhm am Samstag. Er spricht von einem „teuren Trostpflaster“ und die Mittel gegen die Errichtung einer Schadstoff Deponie könnten sinnvoller eingesetzt werden, da der Kampf ohnehin „sinnlos“ sei. „Sowohl Güllebecken als auch Deponie werden kommen“, so seine Feststellung.

 Diese Position kann nur jemand vertreten, der nicht in unmittelbarer Nähe der geplanten Deponie wohnt,  dessen Kinder  nicht in der Kita oder in der Grundschule Leimersdorf betreut werden, die nur einen Steinwurf vom Deponiegelände entfernt liegen, der keine hochwertigen Obstplantagen rund um das Gelände betreibt, sondern nur jemand, dem das ganz Thema völlig schnuppe ist.

So eine destruktive Position, so wenig Empathie für die Betroffenen, so wenig Sachkenntnis der potentiellen Gefahren für uns heute und nachfolgende Generationen – alles das ist ein Schlag ins Gesicht aller Grafschafter Bürgerinnen und Bürger und aller im Rat vertretenen Fraktionen. Ob mit oder ohne Unterstützung der Rheinzeitung bzw. ihres Redakteurs Frieder Bluhm  – wir sollten uns nicht beirren lassen, mit aller Macht gegen dieses Projekt anzukämpfen, das nur allein der Betreibergesellschaft nutzt und gegen die Interessen der Grafschafter Menschen verstößt.

Udo Klein